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Geschichte - Herzlich willkommen im Achental

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Geschichte des Achentals

Das Achental ist eine Region, deren Geschichte mehr als viertausend Jahre zurückreicht. Das Achental bildete einen wichtigen Verkehrsweg für diverse Waren nach Mitteleuropa. Die ersten archäologischen Bodenfunde im Achental stammen aus der frühen Bronzezeit vor etwa 4000 Jahren. Alle weiteren Epochen wie mittlere und späte Bronzezeit, Eisenzeit, die Zeit der Römer und das Mittelalter sind durch Funde belegt. Wie Facharchäologen herausfanden, war das Achental ein wichtiger Verkehrsweg seit der frühen Bronzezeit. Es verband die Tiroler Kupferbergwerke mit dem mitteleuropäischen Fernhandelsnetz. An besonders exponierten Stellen wie dem Streichen, dem Marquartsteiner Burgberg oder der Staudacher Burg waren möglicherweise befestigte Siedlungen, an denen jedenfalls zeitweise Bronze gegossen wurde. Der Fund einer zierlich gearbeiteten zehnteiligen Gürtelgarnitur vom Ende des 8. oder Beginn des 9. Jahrhunderts erinnern an gleichartige Funde in Skandinavien.
Die vergoldeten Bronzebeschläge mit Greiftiersymbolen wurden bei Aggbichl (Marquartstein) gefunden und stammen entweder von einem vermögenden Reisenden stammen, es könnte aber auch ein Siedlungsfund sein. Auch Kelten und Römer haben ihre Spuren in jeweils unterschiedlichem Ausmaß im Achental hinterlassen. Offenbar waren es dann aber die Bajuwaren, die im 7. Jahrhundert erstmals dauerhafte Siedlungen gründeten. "Als Karl der Große im Jahr 788 den bayerischen Herzog Tassilo III. (748–788) absetzte, bereitete er dem Herrschaftshaus der Agilolfinger, und damit der Unabhängigkeit des Herzogtums Bayern, ein Ende. Er ließ das Gebiet von einem Statthalter verwalten und machte so das Herzogtum zu einer Provinz des Fränkischen Reiches. Karl organisierte Bayerns Verwaltung so wie im übrigen Reich. Verwaltungseinheiten waren die Gaue, die ursprünglich wohl politisch-herrschaftlich abgegrenzte Räume darstellten, nach und nach aber nur noch als geografische Bezeichnungen dienten. Auch der uns interessierende Chiemgau basiert auf einer geografischen Bezeichnung. Die Herkunft des Namens Chiemgau bzw. auch der Namen Chieming und Chiemsee ist nicht restlos geklärt. Man geht aber heute davon aus, dass alle drei Namen rein bajuwarisch sind und auf einen nicht weiter identifizierbaren, unter den Karolingern belehnten Gaugrafen namens Chiemo zurückgehen. Urkundlich ist dieser Gaugraf nicht belegt. Der Name Chiemgau selbst leitet sich nicht von Chiemsee, sondern vom Ort Chieming ab. Bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts gewann neben dem Begriff des Gaues (pagus) die Bezeichnung Grafschaft (comitatus) zunehmend an Bedeutung. Während die Grafschaft an eine bestimmte Person, den Grafen, gebunden war, blieb der Gau landschaftsbezogen. Der Chiemgau kennt um 930 drei Grafschaften, und zwar die „Grafschaften Folchrats, Reginberts und Kerhohs“. Die Grafschaft Folchrats liegt nordwestlich des heutigen Landkreises Traunstein, die Grafschaft Kerhohs im nördlichen Teil des Chiemgaus und die Grafschaft Reginberts um Traunstein und Grabenstätt. Bereits um 950 wurden diese Grafschaften weiter aufgeteilt."  (..) Die bayerischen Landgerichte, die die Wittelsbacher in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts einzurichten begannen, lösten die hochmittelalterlichen Verwaltungs- und Gerichtsstrukturen ab, die insbesondere in Grafschaften, Vogteien und Herrschaften zersplittert waren. Um die gewaltigen Zuwächse an Ländereien und Rechten, die die Wittelsbacher im Laufe dieses Jahrhunderts hinzugewonnen hatten, verwalten und langfristig konsolidieren zu können, richteten sie zunächst zur Verwaltung ihrer Eigengüter und Vogteirechte „Ämter“ ein, an deren Spitze sie Beamte mit dem Titel „Richter“ (judex) setzten."  (Hans J. Grabmüller)

Seit  dem 13. und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bildete das „Pfleggericht  Marquartstein“ die „weltliche Klammer“, die das Gebiet rechts und links  der Ache, nämlich von Rottau bis Ettenhausen und von Übersee über  Bergen bis Reit im Winkl, zusammenhielt: Herrschaft und Pflegegericht Marquartstein (1075 - 1803) von Hans J. Grabmüller

Der Heimat und Geschichtsverein Achental. e.V. informiert über diese Geschichte. Hier geht es zu den Veranstaltungen, zu den Ausstellungen, zu den Vorträgen und den Workshops.



 
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